ZUNGENREDEN



Thomas Bremser – Altus und Rezitation
Britta Antunes – Akkordeon

Ensemble-Vita
ZUNGENREDEN ist das Ensemble des Altus und RezitatorsThomas Bremser und der Akkordeonistin Britta Antunes. Im Zentrum ihrer gemeinsamen Arbeit steht die Verbindung von Stimme, Sprache und Akkordeon. Alte Musik, Lied, Oper, Literatur und zeitgenössische Klangvorstellungen begegneneinander dabei nicht als getrennte Gattungen, sondern als Teileeiner gemeinsamen musikalisch-theatralen Erzählung.
Das Repertoire reicht von Renaissance und Barock – unteranderem Dowland, Morley, Purcell und Händel – bis zu Werkendes 20. Jahrhunderts. Gesang und Rezitation wechseln mit solistischen Passagen des Akkordeons; Texte werden nichtlediglich moderiert, sondern sind Bestandteil der musikalischenForm.
Britta Antunes – Akkordeon
Die Akkordeonistin Britta Antunes studierte an der FolkwangHochschule Essen bei der international renommiertenKonzertakkordeonistin Prof. Mie Miki. In Meisterkursen u. a. beiStefan Hussong, Matti Rantanen und Hugo Noth spezialisierte siesich auf Kammermusik mit verschiedenen Instrumenten und Gesang. Sie gab vielfach Konzerte mit dem Duisburger Countertenor Thomas Bremser und mit dem Bariton Bert Jonas. Britta Antunes arbeitet als Musikpädagogin an der Musikschule Bochum.
Innerhalb des Ensembles ZUNGENREDEN übernimmt ihr Instrument weit mehr als eine begleitende Funktion: Das Akkordeon wird zur zweiten Stimme, zum Atemraum, zum Orchester und zum eigenständigen Erzähler.
Die besondere Farbe des Akkordeons prägt die Ästhetik von ZUNGENREDEN entscheidend: Atem, Balg, Geräusch, Harmonie und Bewegung werden zu dramaturgischen Mitteln. Gerade in der Verbindung mit der Altusstimme und der gesprochenen Sprache entsteht daraus der charakteristische, unmittelbar wiedererkennbare Klangraum des Ensembles.
Thomas Bremser – Altus, Rezitation
Thomas Bremser ist Opernsänger im Fach Altus/Countertenor, Gesangslehrer, Chorleiter, Autor und Komponist. Seine künstlerische Arbeit verbindet Musiktheater, Konzert, Literatur und Vermittlung. Über viele Jahre war er an der Oper der Stadt Köln. Prägend für seine sängerische Entwicklung war unter anderem die Arbeit mit Prof. Dr. Heinz-Julius Scholz an der Robert Schumann Hochschule und heute mit Kammersängerin Prof. Renate Behle in Hamburg.
Als Sänger reicht sein Repertoire von Renaissance und Barocküber das Kunstlied bis zu Wagner und Musik des 20. Jahrhunderts. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Gesangund Sprache: Rezitation ist für ihn kein Zwischentext, sondern einmusikalischer Vorgang mit Atem, Rhythmus und Resonanz.
Neben seiner solistischen Arbeit leitet Thomas Bremser den von ihm 2017 gegründeten Sternenstaubchor in Duisburg sowie den inklusiven Sonnenchor der Caritas in Oberhausen. In seineneigenen Projekten entwickelt er Konzertformen, in denenhistorische Musik, biografische Spuren, Mythologie und Gegenwart ineinandergreifen. Mit ZUNGENREDEN findet dieseArbeit ihre konzentrierteste Form: Altusstimme, gesprochenesWort und Akkordeon werden zu einem gemeinsamen Instrument. In Duisburg arbeitet er als Gesangslehrer in der eigenenSingschule.
www.zungenreden.info www.thomasbremser.de www.sternenstaubchor.de www.schwebendebuehne.de
ENSEMBLE ZUNGENREDEN

- Eisler/Brecht → Radio / Horatio (Rahmen, Denken, Distanz)
- Quilter/Wilson → Shakespeare als Liedkörper
- Vaughan Williams → Natur, Zeit, Melancholie
- Morley → Renaissance-Erde
- Purcell → Affekt / Körper / Kälte
- Händel → Transzendenz (Guardian Angels)
- Britten → Traum / Auflösung
ZUNGENREDEN – Songs from the Universe 2027 (in Bearbeitung)
Der neue Liederabend von ZUNGENREDEN ist kein klassischer Liederabend.
Es ist eine Form des Hörens.
Ausgangspunkt ist eine einfache, fast technische Frage:
Was bleibt von Musik, wenn man sie von allem befreit, was sie erklärt?
Zwei Menschen auf der Bühne – Stimme und Akkordeon.
Dazwischen: Luft, Druck, Zeit.
Die neue Arbeit „Songs from the Universe“ bewegt sich zwischen Shakespeare, Purcell, Eisler und eigenen Texten – aber nicht als historisches Programm, sondern als offenes System. Die Stücke erscheinen nicht als abgeschlossene Werke, sondern als Signale, Fragmente, Erinnerungen.
Ein Radio taucht auf.
Ein Echo bleibt hängen.
Eine Stimme beginnt – und weiß nicht, ob sie spricht oder gesendet wird.
Zungenreden folgt dabei keinem linearen Erzählen.
Die Dramaturgie entsteht aus Übergängen: zwischen Sprache und Klang, zwischen Körper und Vorstellung, zwischen Kontrolle und Loslassen.
Der Begriff „Zungenreden“ wird hier wörtlich genommen – als ein Sprechen, das nicht mehr vollständig verstanden werden will, sondern sich im Klang selbst begründet. Bedeutung entsteht nicht durch Erklärung, sondern durch Resonanz.
Im Zentrum steht die menschliche Stimme:
als physischer Vorgang, als Risiko, als Versuch, sich hörbar zu machen.
Das Akkordeon wird dabei zum Gegenüber – Atemmaschine, Widerstand, Speicher.
Gemeinsam erzeugen sie einen Raum, in dem Musik nicht präsentiert, sondern gesucht wird.
Zungenreden arbeitet an diesem Punkt:
an der Schwelle zwischen dem, was gesagt werden kann,
und dem, was nur noch klingt.
„Songs from the Universe“ versteht sich als eine Art Sendung:
nicht gerichtet, nicht eindeutig adressiert, aber getragen von der Idee, dass Klang eine Form von Verbindung ist – auch dort, wo kein unmittelbares Verstehen mehr möglich ist.
Seit 1999 arbeiten Britta und Thomas zusammen an verschiedenen Projekten. Herausragend bleibt ein Liedeerabend „Shakespeare-Songs“ an der Kölner Oper mit großer Resonanz.
Foto: 1999 Krischer
Der Liederabend von Thomas Bremser (Altus) und Britta Antunes (Akkordeon) im Jahre 2000 wurde von der regionalen Presse als ungewöhnlich konzentriertes und eigenständiges Konzertformat hervorgehoben. Sowohl Kölner Rundschau als auch Kölner Stadt-Anzeiger betonen die bewusste Reduktion auf Stimme und Akkordeon, die einen intensiven, unmittelbaren Klangraum entstehen lässt.
Bremser wird als Altus beschrieben, dessen Gesang weniger auf äußere Effekte als auf klangliche Feinheit und innere Präsenz zielt. Seine Interpretation erscheint dabei nicht als bloße Wiedergabe, sondern als lebendiger Prozess zwischen Gestaltung und Moment.
Das Akkordeonspiel von Britta Antunes wird als gleichwertiger künstlerischer Partner wahrgenommen: strukturierend, atmend, dabei stets offen für klangliche Entwicklung. Ihr Spiel erweitert den Raum, ohne ihn festzulegen.
Außerdem ist Britta Antunes seit 2022 fester Bestandteil des Sternenstaubchores in Duisburg unter der Leitung von Thomas Bremser. www.sternenstaubchor.de
Konzerte:
Wir machen Musik 2022
Wunder gibt es immer wieder 2023
Let us agree… Nicht nur zur Weihnachtszeit
Sternenstaub ist überall 2026
2027 in Bearbeitung…




